Heute ist Montag, heute ist ein guter Tag für CyrusIMAP.
Cyrus ist DIE Instanz in der Struktur, die Emails abspeichert und per IMAP zur Verfügung stellt.
Alternativ kann Cyrus auch als POP3 Server dienen, was hier aber nicht weiter behandelt werden soll. IMAP ist definitiv das Protokoll der Zukunft.
Bevor ich euch auf CyrusIMAP loslasse, ein kurzer Hintergrundgedanke:
Zu Cyrus gehört auch CyrusSASL (genauer gesagt: saslauthd), ein Programm welches sich darum kümmert, daß die Authentifizierung der Benutzer in die “richtigen” Bahnen gelenkt werden. Es verhält sich wie eine Art Benutzer-Proxy. Der Vorteil ist der, daß verschiedenste Programme nur mit CyrusSASL kommunizieren müssen/können, ohne sich weitere Gedanken um den wirklich Ort der Benutzer zu machen. CyrusSASL sagt OK oder NICHT OK, und z.B. CyrusIMAP oder auch Sendmail vertrauen dieser Aussage.
Daher werden Sendmail und CyrusIMAP darauf eingestellt, mit CyrusSASL zu kommunizieren. Bei CyrusIMAP ist dies über die imapd.conf geregelt, bei Sendmail benötigen wir eine Extradatei, die schnell angelegt und wieder vergessen ist:
#> echo "pwcheck_method: saslauthd" > /usr/local/lib/sasl2/Sendmail.conf
So, nun aber zu CyrusIMAP:
Da die /etc/passwd als zentrale Benutzerdatenbank herhält, sollte dem Benutzer “cyrus” (wurde automatisch vom CyrusIMAP-Port angelegt) ein Passwort vergeben werden, da dieser auch unser zukünftiger Admin sein soll.
Also bitte:
#> passwd cyrus
Und zweimal das neue Passwort bestätigen.
Ich habe wieder zwei Konfigurationsdateien vorbereitet, die Ihr nun bitte in euer System kopiert.
#> cd /usr/local/etc/
#> rm cyrus.conf
#> rm imapd.conf
#> fetch 'http://www.bsdbox.de/downloads/emailserver/imapd.conf'
#> fetch 'http://www.bsdbox.de/downloads/emailserver/cyrus.conf'
Konfigurationshighlights aus der cyrus.conf gegenüber der alten cyrus.conf:
- Nur die Dienste IMAP, IMAPS und SIEVE sind aktiviert
- Sendmail socket map smmapd Eintrag hinzugefügt
- Idled ist aktiviert
Konfigurationshighlights aus der imapd.conf gegenüber der alten imapd.conf:
- “altnamespace: yes” bedeutet, das Ordner auch außerhalb der INBOX (Posteingang) erstellt werden können.
- “singleinstancestore: yes” bedeutet, das die gleiche Mail in mehreren Mailboxen nur einmal physikalisch gespeichert wird, und per Hardlink mit den anderen verknüpft ist.
- “duplicatesuppression: yes” bedeutet, das zwei mal die gleiche Nachricht (Wird anhand der Message-id bstimmt) nur einmal angenommen und gespeichert wird. Die zweite wird verworfen.
- “sievedir: /var/imap/sieve” bedeutet die Aktivierung der Sieve Funktionalität.
- “hashimapspool: yes” bedeutet, das die IMAP-Struktur noch etwas feiner aufgeteilt wird.
(/var/spool/imap/u/user statt /var/spool/imap/user) - “sasl_pwcheck_method: saslauthd”, s.o.
Da Cyrus noch nicht auf eurem System zum Einsatz gekommen ist, müssen nur die ganzen Verzeichnisse samt korrekten Berechtigungen angelegt werden. Keine Angst, dafür hat uns der Port einen schniekes Programm zur Verfügung gestellt, was nur einmal ausgeführt werden muss:
#> /usr/local/cyrus/bin/mkimap
Die Ausgabe sieht dann ungefähr so aus:
reading configure file /usr/local/etc/imapd.conf…
i will configure directory /var/imap.
i saw partition /var/spool/imap.
done
configuring /var/imap…
creating /var/spool/imap…
done
In der /etc/services muss der Eintrag
sieve 2000/tcp
sieve 2000/udp
eingefügt werden.
Den alten 2000′er Eintrag einfach überschreiben, braucht eh kein Schwein.
Damit ist CyrusIMAP konfiguriert und Ihr seid hoffentlich bereit für den nächsten Teil.
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